Lebensdauertabelle ganze Liste
Fachrichtung: Wohnen  
Top News               Laufschrift
 
Vorbemerkungen
Lebensdauerangaben für Materialien, welche in der Regel im Mietwohnungsbau nicht angewandt werden, sind in Klammern () gesetzt.
Die Preisangaben sind als Richtwerte zu verstehen. Es bestehen zum Teil erhebliche regionale Unterschiede. Für umfangreichere Reparaturarbeiten sind in jedem Fall Offerten einzuholen.
Die Angaben zur Schlussreinigung sind für die Kantone Basel-Stadt und Baselland oft nicht zutreffend: Hier wird in der Regel vertraglich vereinbart, dass die Wohnung in «besenreinem» Zustand zurückgegeben werden muss. Dabei wird jedoch durch die Vermieterschaft eine «Reinigungspauschale» erhoben. Diese ist jedoch nur zu bezahlen, wenn der Vermieter die Wohnung tatsächlich reinigt und nur bis zur Höhe der vereinbarten Pauschale, auch wenn die tatsächlichen Reinigungskosten höher sind.
Die «Lebensdauertabelle» findet in der Regel bei zwei Vorgängen Anwendung:
Bestehen Mängel, welche der Mieter nicht zu verantworten hat und der Vermieter behebt diese nicht innert angesetzter Frist, so kann der Mieter eine Reduktion seines Mietzinses verlangen.
Bodenbeläge
Die Klassifikation von Bodenbelägen
Entscheidend für die Beurteilung der Lebensdauer von Bodenbelägen ist nicht der Preis, sondern die Qualität und die Eignung für den im Mietvertrag vorgesehenen Zweck. Gute (textile und andere) Bodenbeläge werden durch die Hersteller meist in folgende Kategorien eingeteilt:
 
Strapazierwert: gering / normal / stark / extrem
Zusatzeignung: für Möbelrollen / für Treppen / für Nassräume / für Bodenheizung / dauernd antistatisch
Komfortwert: einfach / gut / hoch / luxeriös
 
Sind Bodenbeläge beim Wohnungsantritt durch die Mieterschaft vom Vormieter (kostenlos oder gegen Entgelt) übernommen worden, kann der Vermieter (sofern er nicht schriftlich der Verlegung des Belages zugestimmt hat) bei einem späteren Auszug die Entfernung verlangen. In diesem Fall wird bei der Rückgabe des Mietobjekts der Zustand der Bodenunterlage bewertet
 
Beläge aus textilen Materialien
 
Während der Mietdauer reicht als Pflege die normale Reinigung mit dem Staubsauger. Bei der Wohnungsabgabe sollten die Teppiche schamponiert oder mit einem Dampfgerät gereinigt werden. Die textilen Bodenbeläge sind bei der Rückgabe des Mietobjekts nur dann durch einen Fachmann extrahieren zu lassen, wenn die Mieterschaft im Mietvertrag dazu verpflichtet wird.
 
Nadelfilz bis 5 Jahre
Preisspektrum: Fr. 30.- - Fr. 60.- / m2
 
Schlussreinigung:   
staubsaugen oder schamponieren  Sache des Mieters
Tiefenextraktion durch den Mieter, wenn im Mietvertrag festgehalten
 
Sisal, Kokos und ähnliche Naturfasern 8 - 10 Jahre
Preisspektrum:  
(inkl. Verlegen, jedoch ohne Behandlung des Unterlagsbodens):
auf KunsTstoffunterlage Fr. 50.- - Fr. 80.- / m2
gewoben Fr. 60.- - Fr. 120.- / m2
 
Schlussreinigung:  
Normale Reinigung mit Staubsauger.   
 
Spannteppiche und Kugelflor 5 - 15 Jahre
aus Polyamid, Wolle, Baumwolle u. a. m.  
 
Lebensdauer:  
Geringer Strapazierwert, für den Gebrauch ungeeignet 1 - 5 Jahre
Mittlerer Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 10 Jahre
Starker Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 15 Jahre
 
Preisrahmen (in Wohnungen, inkl. Verlegen, ohne Behandlung des Unterlagsbodens)
Preiswerte bis mittlere Qualität Fr. 60.- - Fr. 80.- / m2
Gute Qualität mit hohem Komfortwert über Fr. 80.- / m2
 
Schlussreinigung:  
Staubsaugen, Entflecken, Schamponieren. Tiefenextraktion durch Fachperson beim Auszug nur, wenn dies im Mietvertrag vereinbart worden ist.
Preisrahmen:  Fr. 6.- - Fr. 16.- / m2
 
Beläge aus Kork, Kunststoffe, Holz 
Lebensdauer:  
Geringer Strapazierwert, für den Gebrauch ungeeignet 1 - 5 Jahre
Mittlerer Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 15 Jahre
Starker Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 20 Jahre
(Extremer Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 25 Jahre)
 
Kork (rauh)  8 - 20 Jahre
Lebensdauer:  
Rauhe Oberfläche bis 10 Jahre
Versiegelt oder glatt beschichtet bis 20 Jahre
 
Preisrahmen:  
(inkl. Verlegen, jedoch ohne Behandlung der Unterlage):  
grosse Preisunterschiede je nach Fabrikat 50 - 120 Fr/m2
 
Schlussreinigung:   
trocken oder mit geeignetem flüssigem Reinigungsmittel  
 
Kunststoffbeläge 5 - 20 Jahre
Materialien:  
PVC, Polyamid, Melaminharz, Neoprene etc.  
 
Lebensdauer:  
geringer Strapazierwert, für den Gebrauch ungeeignet 1 - 5 Jahre
mittlerer Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 10 Jahre
starker Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 15 Jahre
 
Preisrahmen:  
(inkl. Verlegen, jedoch ohne Behandlung der Unterlage):  
grosse Unterschiede je nach Material und Fabrikat 50 - 120 Fr/m2 u.m.
 
Schlussreinigung:   
mit geeignetem flüssigem Reinigungsmittel waschen  
 
Laminat 8 - 10 Jahre
Kunstharzgebundene Oberfläche auf 7-10 mm Holzfaserplatte  
 
Preisspektrum:  
schwimmend verlegt 70 - 90 Fr/m2
 
Schlussreinigung:   
trocken oder mit geeignetem flüssigem Reinigungsmittel waschen  
 
Beläge aus Holz (Parkett, Riemenböden)  10 - 40 Jahre
 
Billiges Klebeparkett 10 Jahre
Parkett, in Platten, lose verlegt oder geklebt, Hartholz massiv
einmal abschleifbar 25 Jahre
mehrmals abschleifbar, Hartholz massiv 40 Jahre
 
Parkett und Riemenböden:  
Auf Bretter/Balken/Lattenrost verlegt, Weichholz massiv 30 Jahre
Auf Bretter/Balken/Lattenrost verlegt, Hartholz massiv 40 Jahre
 
"Kleiner Unterhalt":  
Normale Reinigung mit Staubsauger, besenrein, regelmässiger Auftrag von Bodenwachs (Empfehlung Parkettverband)
 
Preisrahmen:  
Parkett in Platten, Würfelparkett usw. 80 - 130 Fr/m2
Parkett u. Riemenböden (echte, schwimmend verlegt):   
grosse Preisunterschiede (Material und Ausführung) über 120 Fr/m2
 
Versiegelung des Parketts (Dauerversiegelung): 10 Jahre
Abschleifen des Bodens und neue Dauerversiegelung nur durch den Fachmann.
Preise sehr unterschiedlich, je nach Fläche und Auf-  
wand, inkl. Demontage/Montage der Sockelleisten: 20 - 50 Fr/m2
 
Natursteinteppiche bis 20 Jahre
Porös (Steinkies im Kunstharz verlegt)  
Neuerer robuster Bodenbelag für Zonen mit viel Fussgängerverkehr. Verunreinigungen, die in die Poren eingedrungen sind, können oft nicht mehr entfernt werden (Kaugummi, Farbe usw.). Flecken, die nach einer Nassreinigung zurückbleiben, dürfen nicht als Mangel beanstandet werden.
Preisrahmen: 80 -120 Fr/m2
 
Industrieböden 5 - 40 Jahre
je nach Fabrikat und Nutzung  
 
Je nach Material, Verarbeitung u. Einsatz gibt es sehr unterschiedliche Industrieböden, die z.T. äusserst strapazierfähig sind. Die Materialien variieren vom Hartholz über Kunststoffe und Keramikplatten bis zum gehärteten Zementboden und Gussasphalt u. v. a. m. 
 
Lebensdauer:  
geringer Strapazierwert, für den Gebrauch ungeeignet 1-5 Jahre
mittlerer Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 15 Jahre
(starker Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 20 Jahre)
(extremer Strapazierwert, für den Gebrauch geeignet bis 25 Jahre)
 
Preisrahmen:   
grosse Unterschiede je nach Material u. Ausführung über 50 Fr/m2
 
Schlussreinigung:   
mit geeignetem flüssigem Reinigungsmittel waschen  
 
Doppelböden für EDV-Installationen 8 - 15 Jahre
mit zugänglichem Hohlraum, Elemente auswechselbar 15 Jahre
Hohlraum nicht zugänglich 8 Jahre
Instandstellung von Doppelböden (für EDV-Anlagen):  
Am bestem durch den ursprünglichen Hersteller ausführen lassen, der am ehesten über die nötige Erfahrung und Ersatzteile verfügt. Die Lebensdauer reduziert sich bei nicht zugänglichen Hohlräumen, da hier die verlegten Kabel nicht ausgewechselt werden können.
Beläge aus Keramik, Natur- und Kunststein (inkl. Treppenstufen)
Materialien:
Tonplatten (für Bodenbeläge) aus «roter» gebrannter Erde über 1 cm Stärke und Klinker (ca. 5-8mm stark) sind recht dauerhaft, wenn aus dichtem Ton hergestellt und mit hoher Temperatur gebrannt. Gewisse rustikale Platten sind jedoch aus porösem weichem Ton; auch wenn glasiert, ist ihre Lebensdauer bei starker Beanspruchung vermindert, weil das Grundmaterial für Beanspruchung und Abrieb zu weich ist.
Keramikplatten (für Boden- u. Wandbeläge) sind aus hierfür speziell ausgewählten «helleren» Erden gemischt und gebrannt und mit einer matten oder glasierten Oberfläche versehen. Meistens in spezialisierten Werken hergestellt, sind diese Platten 4 - 8 mm stark und haben - richtig eingesetzt - eine lange Lebensdauer.
Bei einigen Ausführungen fehlen geeignete Teile für robuste Kanten (z.B. bei Fensterbänken und Tablaren). Bei normalem Gebrauch sollen darum Abnützungen an solchen Teilen nicht den MieterInnen angelastet werden.
Manchmal sind Plattenbrüche bei unsachgemässer Verlegeart, bei Gebäudesetzungen, über Wandauflagen, bei grossen Spannweiten, bei Dilatationsfugen usw. anzutreffen. Je grösser die Platte ist, desto stabiler muss die Unterlage sein, um Brüche zu vermeiden.
Die angegebene Lebensdauer gilt für Massivbauten, Platten in Zement verlegt oder vollflächig geklebt. Bei Leichtbauten (Holz, Chalets, Leichtwände, usw.) ist die Lebensdauer wegen der erwähnten Bruchgefahr verkürzt.
Preisrahmen: (ohne Bodenheizung)  
Tonplatten, verlegt 80 - 150.- Fr./m2
Keramikplatten je nach Decor, verlegt 80 - 180.- Fr./m2
Naturstein, je nach Herkunft über 150.- Fr./m2
Kunststein 100 - 180.- Fr./m2
 
Instandstellungen (fachgerecht):  
Dübellöcher bis 6 mm Durchmesser u. Kleberreste kleiner Unterhalt 
über 6 mm Durchmesser Ersatz der Platte, sofern noch erhältlich 
Nachschleifen eines Natursteinbodens Sache des Eigentümers
 
Tonplatten, Klinker 25 - 40 Jahre
Roh eingeölt oder mit Glasur 25 Jahre
Klinker 40 Jahre
 
Keramikplatten 20 - 30 Jahre
In der Regel Plattenstärke bis 1 cm, matt oder glasiert  
Unter 700 cm2 pro Platte 30 Jahre
Über 700 cm2 pro Platte (wegen Bruchgefahr) 20 Jahre
 
Wandplatten (Keramik, Steinzeug usw.) 40 Jahre
im Nassbereich, Keramik und andere gebrannte Ware 40 Jahre
im Nassbereich, Naturstein 40 Jahre
 
Kunststeinplatten 30 Jahre
Mit Zement gebunden 30 Jahre
 
Naturstein 30 - 50 Jahre
Roh oder geschliffen  
Weichgestein mit Kalziumkarbonat: Kalkstein, Marmor,  
Travertin, Tonschiefer u.Ä. 30 Jahre
Hartgestein mit Silikaten, Quarz, Feldspat,  
Granite, Porphyre etc. 50 Jahre
 
Nachschleifen  
eines Natursteinbodens  Sache des Vermieters 
 
Zementplatten 15 Jahre
Zementstein-Pflästerung, Zementware, im Freien 15 Jahre
 
Eternit-Ware 15 Jahre
Im Freien (z.B. Gartensitzplätze) 15 Jahre
 
Fussmatten (bei Eingängen und Schleusen)  
Textile Fussabstreifer (Nadelfilz, Kokos, u. ä.)  
bis 0.5 m2 (in der Regel vor Wohnungstüren) kleiner Unterhalt
über 0.5 m2 (bei Hauseingängen etc.) 5 Jahre
Schmutzfänger-Spezialmatten 8-10 Jahre 
Wandbeläge  
Tapeten 10 - 15 Jahre
normale Qualität, Rauhfasertapeten 10 Jahre
abwaschbare Qualität mit glatter Oberfläche 12 Jahre
(geklebte Stofftapeten, Glasfasertapeten 15 Jahre)
(Stofftapeten, gespannt, genäht 20 Jahre)
 
Schrammen, kleinere Schäden, Farbveränderungen hinter Bilder u. Möbel können überall - auch bei sorgfältigem Gebrauch - vorkommen und gelten in der Regel als normale Abnützung. Solche Mängel müssen nicht beseitigt werden. Allenfalls sind diese zu «reparieren», sofern dies mit einfachen Mitteln möglich ist. Solche untergeordnete Mängel als Folge der normalen Abnützung dürfen nicht zum Anlass genommen werden, die ganze Einrichtung auf Kosten des Mieters erneuern zu lassen.
Die «Lebensdauer» ist natürlich vom vorhergesehenen Gebrauch des Materials abhängig. So kann diese bei einer Tapete im Kinderzimmer niedriger angesetzt werden, da hier eine stärkere Strapazierung voraussehbar ist.
Maler- und Gipserarbeiten  
Anstriche:  
Dispersion-, Matt- und Glanzfarben 10 Jahre
fachmännisch überstrichene Tapeten (höchstens 2 mal) 10 Jahre
3- und mehrmals überstrichene Tapeten 0 Jahre
Kinderzimmer (Anstrich u. Tapeten) 5 - 10 Jahre
«Blanc-fix», geweisselt (in Küchen u. ä. Räumen) 5 Jahre
Kunststoff-Abriebe, rohe Putze, Klosterputz, u. ä.  10 Jahre
Geglättete eingefärbte Spezialputze mit wasserabstossender Oberfläche 15 Jahre
Holzwerk mit Öl- oder Kunstharzfarben gestrichen,   
je nach Gebrauch u. Untergrund 10-20 Jahre
Radiatoren/Heizwände mit Kunstharzfarbe gestrichen 10 Jahre
dito. einbrennlackiert 20 Jahre
 
Allgemeine Bemerkungen:  
Eine fachmännische Erneuerung von Malerarbeiten besteht in der Regel aus der Vorbehandlung (spachteln von Unebenheiten / anschleifen von Holzwerk / anlaugen / abwaschen des Untergrundes je nach Umständen / und Abdecken der Nachbarteile) des Grund- und Deckanstriches.
«Blanc-fix» ist ein Anstrich bestehend aus Kreidemehl und Celluloseleim. Er ist wasserlöslich, nimmt Dampf und Feuchtigkeit auf und trocknet wieder aus. Er ist besonders geeignet für Küchen und andere Nassräume. Dispersionsfarbe auf «Blanc-fix» hält nicht und blättert ab.
Geglättete eingefärbte Spezialputze mit wasserabstossender Oberfläche werden von Spezialhandwerkern aus ungelöschtem Kalk u.a.m. hergestellt. Diese Technik ist seit dem Altertum bekannt und wird heute wieder vermehrt angewandt (vor allem in der Südschweiz und bei qualitativ besseren Bauten).
 
Preisrahmen für Maler- und Gipserarbeiten:   
Bei Renovationen können grosse Maschinen (mit tiefen Kosten) kaum eingesetzt werden. Der Aufwand für Vorbehandlung und Abdecken (mit Klebebändern u. Folien) bestimmt den Preis massgebend. 
Dispersionsanstriche 8 - 25 Fr./m2
Matt- u. Glanzfarben, je nach Aufwand u. Untergrund ab 10 Fr./m2
Kunststoffabriebe, rohe Putze, usw. über 30 Fr./m2
(Geglättete eingefärbte Spezialputze mit  
wasserabstossender Oberfläche ab 100.- Fr./m2)
   
Schreinerarbeiten
Fenster  
Fenster, Holz, lackiert* 20 Jahre
Fenster, Plastik 10 Jahre
* Hinweis: Schwere kombinierte Isolier-/Schallverglasungen weisen oft zu schwache Beschläge (Scharniere) auf. Solche Schäden gehen zu Lasten des Vermieters.
Glasbruch, inkl. Isolierglas durch Verschulden des  
Mieters in der Regel durch Haftpflichtversicherung  
(mit Neuwertzusatz) Sache des Mieters
Glasbruch, verursacht durch Unbekannte (sofern   
im Mietvertrag nicht anders geregelt Sache des Vermieters
 
Fensterbänke (innen) 10 - 30 Jahre
aus Holz, lackiert 10 Jahre
aus Natur- oder Kunststein 30 Jahre
Hinweis: Lackanstrich bis 10 Jahre. Bei Wasserschäden durch offenes Fenster muss i.d.R. nur nachgeschliffen und lackiert werden (Anteilmässige Kostenübernahme durch Verursacher).
 
Decken und Wände  
Türen  
Genereller Hinweis: Dellen in Türen können i.d.R. durch Flüssigholz ausgefüllt werden. DIe Mieterschaft muss dabei die Kosten pro rata temporis für Schleifen und Malen übernehmen.
 
Türen aus Massivholz 30 Jahre
mit Rahmen und Füllung 30 Jahre
 
Türen aus Spanplatten 15 - 20 Jahre
massiv und mit Hartholzkanten umfasst, gestrichen 20 Jahre
teilweise hohl, ohne Hartholzkanten, oder mit Folie  
beschichtet 15 Jahre
 
Aussentüren 30 Jahre
in Massivholz oder Metall, mit Wetterschutz 30 Jahre
Hinweis: Anstriche von Aussentüren, die starker Witterung ausgesetzt sind, können eine sehr kurze Lebensdauer aufweisen. Die Mangelbehebung ist in solchen Fällen Sache des Vermieters.
 
Falt- u. Schiebetüren 15 - 25 Jahre
(inkl. Beschläge und Führungsschienen)  
 
leichte Konstruktion, mit Kunststoffteilen,  
ohne Schall- oder Wärmedämmung (ohne Führungsschiene) 15 Jahre
schwere Konstruktion, massiv,   
mit Schall- oder Wärmedämmung (mit Führungsschiene) 25 Jahre
Hinweis: Falt- und Schiebetüren weisen viele Verschleissteile wie Rollen etc. auf. Die Lebensdauer für solche mechanischen Teile guter Qualität beträgt 10 Jahre.
 
Türrahmen (innen) 20 - 30 Jahre
Holz, gestrichen 20 Jahre
Stahl, gestrichen 30 Jahre
 
Türschwellen (innen) 20 - 30 Jahre
Holz 20 Jahre
Natur- oder Kunststein 30 Jahre
 
Holztäfer  20 - 40 Jahre
Hartholz, lackiert 40 Jahre
Weichholz, lasiert 20 Jahre
HinweisSchrauben- und Nagellöcher in Echtholztäfer dürfen nur fachmännisch gekittet oder gedübelt werden 
 
Anstriche von Schreinerarbeiten 10 Jahre
Alle Anstriche von Schreinerarbeiten  10 Jahre
 
Sockelleisten   
Holz, geschraubt, erstmals montiert 25 Jahre
Kunststoff, geklebt, erstmals montiert 15 Jahre
Spannteppichmaterial, geklebt wie Spannteppich
Lockere Leistendübel u. -schrauben kleiner Unterhalt
 
Einbauschränke u. -möbel  
Spanplatten bis 18 mm mit Kunstharz oder Folie beschichtet 15 Jahre
Spanplatten über 18 mm, furniert  20 Jahre
Massivholz inkl. Innenteile in Massivholz 25 Jahre
 
Materialien:  
Viele Einbaumöbel werden aus Spanplatten und ähnlichen Materialien erstellt. Die Beschichtung reicht vom einfachen Farbanstrich über dünne Folien bis zum Furnier aus hitzebeständiger Hartkunststoffplatte und Holzfurnier. Oft sind diese Einbaumöbel weniger robust, als sie aussehen. Schwachstellen sind vor allem die Beschläge, die Scharniere, die Tablarhalter usw., die - wegen ihrer kleinen Abmessungen - sehr stark beansprucht werden. Oft werden die Tablare und Türen aus viel zu dünnen Platten hergestellt. Schon kleine Schläge können Folienbeschichtungen und Ecken beschädigen.
In Nassräumen ohne Fenster zum Öffnen können solche Möbel (Küchenkombinationen, Badezimmermöbel, Spiegelschränke) trotz allfälliger Ventilatoren durch Feuchtigkeit grossen Schaden nehmen, weshalb eine Reduktion bis 50% der Lebensdauer angebracht ist.
Einbaumöbel und andere Schreinerarbeiten aus Massivholz (sofern die Innenteile auch aus Massivholz sind) sind wesentlich robuster aber teurer. Schäden können viel leichter repariert werden. Schrammen und Kratzer fallen weniger auf oder können ausgebessert werden.
Schlussreinigung:   
Mit Kunststoff- resp. Holzpflegemittel innen und aussen, unten und oben reinigen. Tablare zum Reinigen herausnehmen.
 
Deckenelemente aus Metall, inkl. eingebaute Leuchten bis 20 Jahre
 
Massivholzdecken 40 Jahre
 
Mobile Trennwände aus Leichtmetall bis 25 Jahre
mit Glas- und Kunststofffüllungen  
Rollläden, Storen, Sonnenschutz  
Storen, Sonnenschutz  10 Jahre
aus Stoff, Stoffersatz max. 10 Jahre
 
Lamellenstoren u. Lamellenvorhänge  10 - 20 Jahre
aus Kunststoff und Leichtmetall, innen 10 Jahre
aus Kunststoff und Leichtmetall, aussen 15 Jahre
aus Metall, jede Lamelle einzeln in Schienen geführt,  
Mechanik, Ketten und Bänder vom Zugriff geschützt 20 Jahre
 
Reinigung von Lamellenstoren   
innen kleiner Unterhalt
aussen wenn schwer zugänglich, Sache des Vermieters 
 
Rollläden  20 - 25 Jahre
aus Kunststoff 20 Jahre
aus Holz oder Metall 25 Jahre
 
Klappläden  20 - 30 Jahre
aus Holz, gestrichen, geölt* 20 Jahre
aus Leichtmetall, einbrennlackiert 30 Jahre
*Unterhalt: Wenn vertraglich geregelt, regelmässiges einölen. Die Lebensdauer des Anstrichs bei starkem Witterungseinfluss beträgt 5 Jahre.
 
Gurten, Ketten, Stahlbänder 7 Jahre
für Sonnenstoren und Rolläden, Halterung von Kurbeln* 7 Jahre
*Unterhalt: Kleinreparaturen Sache des Mieters
 
Kurbelstangen und Gelenke 10 Jahre
für Storen u. Rollläden* 10 Jahre
*Unterhalt: Kleinreparaturen Sache des Mieters
 
Motoren 15 Jahre
für Rollläden, Sonnenstoren etc. 15 Jahre
Kücheneinrichtungen  
In Küchen ohne Fenster zum Öffnen können Einbaumöbel sowie Kühlschränke, Kühltruhen, Geschirrspüler, elastische Fugendichtungen, Dampfabzug u. -ventilatoren wesentlich stärker beansprucht werden. In solchen Fällen ist eine Reduktion der Lebensdauer um bis zu 50% angebracht.
Schlussreinigung:   
Mit Seifenwasser, Kunststoff- resp. Holzpflegemittel innen und aussen, unten und oben reinigen. Tablare zum reinigen herausnehmen.
 
Kochherd, Rechaud, Backofen 15 Jahre
Backbleche,  kleiner Unterhalt
Elektrische Herdplatten, konventionell 12 Jahre
Glaskeramikkochfeld 12 Jahre
 
Schlussreinigung:  
Mit geeignetem Reinigungssmittel reinigen. Eingebrannte Lebensmittelresten können u. U. nicht mehr entfernt werden und sollen belassen werden. Dafür sind Minderwerte zu belasten, sofern die "normale Abnützung" überschritten ist.
 
Mikrowellengerät 12 Jahre
 
Kühlschrank und Tiefkühlgerät  12 - 15 Jahre
bis 300 Liter* 12 Jahre
über 300 Liter, Kühlcenter* 15 Jahre
*Unterhalt: Staub aus Lüftungsschlitzen regelmässig entfernen.
 
Geschirrspüler 12 Jahre
 
Waschmaschine /Tumbler 10 - 12 Jahre
in Waschküchen für allg. Benützung (in Waschküche) 15 Jahre
in Wohnung für individuelle Benützung (leichtere Bauweise) 10 Jahre
 
Dampfabzug, Ventilator  15 Jahre
Filter Metallgewebe, waschbar 8 Jahre
Filter Textil, Glasfaser kleiner Unterhalt
 
Dichtungen von Backöfen, Kühlschränke usw. 8 Jahre
Abfallkübel und Einbausätze für Kehricht kleiner Unterhalt
 
Küchenkombinationen, -schränke 10 - 25 Jahre
Spanplatten beschichtet oder furniert PVC* 10 Jahre
aus Metall, einbrennlackiert 15 Jahre
Massivholz, inkl. Innenteile aus Massivholz 25 Jahre
Küchenabdeckung, Kunststoffe 10 Jahre
Küchenabdeckung, Alluminium 15 Jahre
Küchenabdeckung, Granit etc. 20 Jahre
Fugendichtung, elastisch 8 Jahre
*Hinweis: In unbelüfteten Küchen mit hoher Feuchtigkeit ist die Reduktion der Lebensdauer um bis zu 50% gerechtfertigt.
 
Küchenmodernisierung gesamthaft 20 - 25 Jahre
Hinweis: In der Regel wird davon ausgegangen, dass eine Küche nach ca. 25 Jahren erneuert wird. Ist diese jedoch auch nach Ablauf dieser Dauer in gutem Zustande, so kann die Erneuerung nicht verlangt werden. Bei der Berechnung einer Mitzinserhöhung in Folge Totalerneuerung wird der Mehrwertanteil auf 20 - 25 Jahre abgeschrieben. 
Sanitäre Einrichtungen, Bäder, Duschen, WC
Wo Ersatzteile und Apparate nicht mehr erhältlich sind, wird angenommen, dass das entsprechende Gerät/Einbaumöbel am Ende seiner Lebensdauer angelangt ist. Daher berechtigt dieser Umstand den Eigentümer nicht, Ersatz für die ganze Einrichtung zu fordern, sondern höchstens einen Anteil entsprechend der Restlebensdauer gemäss Lebensdauertabelle.
Sinngemäss gelten diese Bemerkungen auch für Schreinerarbeiten (Einbaumöbel und Spiegelschränke).
In gefangenen Bädern, Duschen, WCs (ohne Fenster zum Öffnen) können Einbaumöbel, Spiegelschränke und elastische Fugendichtungen wesentlich stärker beansprucht werden, weshalb eine Reduktion bis zu 50% der Lebensdauer angebracht ist.
 
Schlussreinigung:   
Mit Seifenwasser, Kunststoff- resp. Holzpflegemittel innen und aussen, unten und oben reinigen. Tablare zum Reinigen herausnehmen. 
Entkalken, reinigen und entfernen von Körnern aus Ventilen, Brausen, Sieben und Ersatz von O-Ring-Dichtungen kleiner Unterhalt
Glas/Kunststoff-Zubehör (Seifenschalen, Gläser) kleiner Unterhalt
Duschenschlauch kleiner Unterhalt
 
Reinigen und entstopfen von Abflussleitungen:  
bis zum Hauptstrang, meistens Rückstau durch Haare,  
Kaffee- und Teerückstände, Zahnstocher kleiner Unterhalt
ab Hauptstrang, Rückstau in der Hauptleitung Sache des Eigentümers
 
Lavabo/Badewanne/Duschentasse/WC/Bidet 15 - 40 Jahre
in Kunststoff 15 Jahre
emailliert, Stahl, Guss 20 Jahre
in Keramik 40 Jahre
Glasur, Badewanne/Duschentasse 10 Jahre
 
Spiegelschränke und Badezimmermöbel 15 - 20 Jahre
in Kunststoff, Spanplatten, Holz 10 Jahre
in Kunststoff (schlechte Qualität) 5 Jahre
in Metall einbrennlackiert 20 Jahre
 
Halterungen, Tablare, Tuchhalter, usw. 15 Jahre
Hinweis: Ersatz von defekten Zahngläsern, Seifenschalen etc. zu Lasten des Mieters. 
 
Batterien in allen Nassräumen, inkl. Zubehör 15 Jahre
Mechanik von Spülkasten 15 Jahre
Dichtungen, Packungen  5 Jahre
Ersatz von Dichtungen etc. oft kleiner Unterhalt  
 
Duschkabinen, Glaswände, Trennwände 25 Jahre
 
Fugendichtungen, elastisch 8 Jahre
 
Badezimmermodernisierung, Duschen, WC 20 - 25 Jahre
Hinweis: In der Regel wird davon ausgegangen, dass ein Badezimmer nach ca. 25 Jahren erneuert wird. Ist diese jedoch auch nach Ablauf dieser Dauer in gutem Zustande, so kann die Erneuerung nicht verlangt werden. Bei der Berechnung einer Mitzinserhöhung in Folge Totalerneuerung wird der Mehrwertanteil auf 20 - 25 Jahre abgeschrieben. 
 
Elektrische Anlagen, Telefon, EDV und TV-Antennen
Elektrische Zubehöre 10 - 20 Jahre
Schalter, Steckdosen, Fassungen, Lampen,  
Uhren, Zähler usw. 20 Jahre
Abdeckplatten, Gläser, Glühbirnen, Röhren kleiner Unterhalt
 
Telefonanlagen (mit /ohne ISDN)   
ab Swisscom-Stecker / Abnahmestelle Sache des Mieters
 
Fernsehantennen 10 Jahre
 
TV-Kabelanschluss 15 Jahre
 
TV-Antenne 10 Jahre
Verkabelung ab Abnahme-Büchse  15 Jahre
Heizung, Cheminéeanlagen, Klima, Lüftung, Wärmerückgewinnung
Thermostat-Radiatoren-Ventile 15 Jahre
 
Gewöhnliche Radiatoren-Ventile 20 Jahre
 
Cheminéegitter (Metall, Glas) 15 Jahre
 
Aggregate und Bauteile für Cheminéees, WarmluftCheminées u. Wärmerückgewinnung (in der Wohnung) 20 Jahre
 
Cheminéeofen, Schwedenofen, Holzofen u. ä. 25 Jahre
Reinigung (durch Kaminfeger) wenn im Mietvertrag nichts anderes bestimmt durch Vermieter.
 
Ventilatoren (zu Rauchabzug) 20 Jahre
 
Lüftungskanäle 25 Jahre
In Gewerberäumen und Gaststätten  25 Jahre
Reinigung, Entkeimung, sofern im Mietvertrag  
nicht anders geregelt Sache des Vermieters
 
Klimageräte, Kleingeräte für einzelne Räume 15 Jahre
 
Heizungsanlagen und Klimazentralen:  
Heizkessel, Kombikessel, Steuerung  15 Jahre
Brenner 15 Jahre
Umwälzpumpe (je nach Fabrikat) 12 - 15 Jahre
Elektroinstallationen in Heizanlagen 15 Jahre
Öltank 20 Jahre
Elektronische Zähler 12 Jahre
Leitungen/Maurerarbeiten 40 Jahre
 
Warmwasserboiler elektrisch 15 Jahre
Bestimmungen über das Entkalken von Elektroboilern in der Wohnung des Mieters (z.B. alle 5 Jahre zu Lasten des Mieters; bei Auszug anteilmässig pro Jahr 1/5 der Kosten) müssen vertraglich festgelegt sein. Sonst gehen diese Kosten zu Lasten des Vermieters.
 
Durchlauferhitzer mit Gasbetrieb 15 Jahre
Diverses
Regelung bei nicht mehr erhältlichen Ersatzteilen und Apparaten: Wo Ersatzteile und Apparate nicht mehr erhältlich sind, wird angenommen, dass die entsprechende Einrichtung am Ende ihrer Lebensdauer angelangt ist. Also berechtigt dieser Umstand den Eigentümer nicht, Ersatz für die ganze Einrichtung zu fordern, sondern höchstens einen Anteil entsprechend der Restlebensdauer. 
Briefkasten 15 Jahre
Namensschilder nach Vorschrift des Eigentümers kleiner Unterhalt
 
Gegensprechanlage 15 Jahre
 
Automatische Türschliessanlage 10 - 20 Jahre
mechanische Teile 10 Jahre
Elektr. Installation 20 Jahre
 
Wohnungstürschlösser 20 Jahre
 
Zimmertürschlösser/Fensterbeschläge wie Fenster/Türe
 
Estrich- und Kellereinbauten aus Holz 40 Jahre
Hinweis: Reduktion in feuchten Kellern: 50%  
 
Metall- und Glaskonstruktionen im Freien 15 - 25 Jahre
Alluminum 15 Jahre
Feuerverzinkter Stahl 20 Jahre
verlorene Schlüssel von Schliessanlagen mit Schliessplan  
 
Verlorene oder fehlende Schlüssel müssen auf Kosten des Mieters wiederbeschafft werden. Bei unregistrierten Schlüsseln hat der Mieter das Recht, diese selbst neu anfertigen zu lassen. Bei registrierten Schlüsseln wird der Ersatz in der Regel durch den Vermieter beschafft. Sind durch verlorengegangene Schlüssel Anpassungen an den Schliessplan bzw. an der Schliessanlage notwendig, kann dies grössere Kosten zur Folge haben. Dabei ist eine Lösung zu wählen, welche die Mieterschaft nicht über Gebühr belastet. In der Regel sollten dabei folgende Ansätze nicht überschritten werden:
pro Wohnhaus effektive Kosten, jedoch max. Fr. 500.-
pro Geschäftshaus  effektive Kosten, jedoch max. Fr. 1'000.-
Solche Aufwendungen sind nur durch die Mieterschaft zu übernehmen, wenn der begründete Verdacht besteht, dass der verlorene Schlüssel zu Missbräuchen verwendet werden kann.
 
Schlüssel, welche von der Mieterschaft auf eigene Kosten während der Mietdauer hergestellt wurden, sind bei der Wohnungsabgabe der Vermieterschaft ohne Entschädigung zu übergeben.
Die Bewertung von Schäden und Mängeln
Mietrechtliche Grundlagen
Zum Ersatz von Einrichtungen und Gegenständen, welche wertvermehrenden Charakter haben siehe ab Seite .
1. Die normale Abnützung
Mieterinnen und Mieter dürfen das Mietobjekt gebrauchen, wie es im Mietvertrag vereinbart worden ist. Sei es als Familienwohnung, als Laden oder als Büro. Für den normalen Gebrauch und die «normale Abnützung» des Mietobjekts zahlt die Mieterschaft Miete. Was unter der «normalen Abnützung» zu verstehen ist, bemisst sich in erster Linie nach dem vertraglich vereinbarten oder vorausgesetzten Verwendungszweck. So ist der Begriff der «normalen Abnützung» für eine Familie mit mehreren (Klein-)Kindern weiter zu fassen als für eine Frau, die alleine wohnt. Wird ein Wohnraum mit Wissen des Vermieters für Arbeiten mit Rauchimmissionen vermietet, ist die normale Abnützung stärker.
2. Die unsachgemässe Benützung
Die normale Lebensdauer bildet das Kriterium, wieviel beim Auszug bezahlt werden muss: Die Mieterschaft haftet beim Auszug aus einer Wohnung oder aus einem Geschäftsraum nur für Schäden, die sie durch unsorgfältigen Gebrauch des Mietobjekts verursacht hat. Darunter fallen etwa: Die Beschädigung von Türen durch Hunde, die Benützung von Nagelschuhen auf dem Wohnzimmer-Parkett, von Kindern bemalte Tapeten und das übermässige Rauchen. Auch die Einrichtung von Werkstätten und Labors in Wohn- und Büroräumen kann zu einer unsachgemässen Benützung des Mietobjekts führen.
Bei der Haftung für den unsorgfältigen Gebrauch des Mietobjekts spielt es keine Rolle, ob die Mieterschaft selbst, die MitbewohnerInnen, die Angestellten, die Gäste oder die Haustiere mit der Einrichtung von Wohnungen und Geschäftsräumen unsorgfältig umgegangen sind. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, hängt nicht von der Dauer des Mietverhältnisses, sondern vom Zustandswert der beschädigten Sache ab. Die Entschädigung bemisst sich nach dem Wert, den die Sache unter der Berücksichtigung des Alters und der «normalen Lebensdauer» noch aufweist. Ein Beispiel: Ein Nadelfilz-Teppich muss ersetzt werden, weil ihn der Hund beschädigt hat. Die «normale Lebensdauer» eines Nadelfilzes beträgt fünf Jahre. Der Vermieter hat den Bodenbelag vor 6 Jahren neu verlegt. Der Mieter muss keine Kosten übernehmen, weil die Lebensdauer des Teppichs bereits überschritten ist. Wieviel die Mieterschaft zahlen muss, bemisst sich also nach dem Alter des Einrichtungsgegenstandes, der Installation oder des Bauteils.
Hinweis: Massgebend ist die gesamte Lebensdauer der Sache und nicht die Mietdauer. Ist ein Gegenstand bereits beim Vormieter einige Zeit benutzt worden, so ist diese Dauer bei der Berechnung hinzuzuzählen.
3. Schäden durch Dritte
Werden Schäden durch unbekannte Dritte verursacht (z.B. durch Einbruch), so gilt der Grundsatz, dass die Schäden welche durch Gewalteinwirkung von ausserhalb der Wohnung (Wohnungstüre, Fenster etc.) verursacht wurden, zu Lasten des Vermieters (bzw. dessen Versicherung) gehen, wird Eigentum des Mieters zerstört, so hat dieser (bzw. dessen Versicherung) die Kosten zu übernehmen.
4. Die normale Lebensdauer bei besonderer Beanspruchung in Büros, Läden und Restaurants
Die Lebensdauer von Einrichtungen und Bauteilen verringert sich, wenn das Mietobjekt übermässig beansprucht worden ist. Dabei reduziert sich die Lebensdauer (insbesondere für Boden-, Wand- und Deckenbeläge) bei speziellen Nutzungen wie folgt:
- für Büros 20%
- für Läden 25%
- für Restaurants / Gaststätten / Cafés / Bars 50%
- für Gewerberäume, Werkstätten, Labors, je nach Nutzung 25-50%
 5. Die Reduktion der Lebensdauer bei (Nass-) und feuchten -räumen
Trotz allfälliger Ventilatoren haben in Nassräumen (Räume ohne Fenster, schlechte Entlüftung) oder feuchten Räumlichkeiten ungeeignete Einbaumöbel, Spiegelschränke, Wand- u. Deckenanstriche, Fugendichtungen, Apparate etc. eine kürzere Lebensdauer. Darum ist eine Reduktion der Lebensdauer um bis zu 50% gerechtfertigt. 
6. Der «kleine Unterhalt» ist Sache der Mieterschaft
Die Behebung von kleinen Mängeln gehören zum «kleinen Unterhalt», die von der Mieterschaft behoben werden müssen. Dabei sollten die Kosten für die kleinen Ausbesserungen den Richtwert von ca. Fr. 100.- bis Fr. 150. - pro Reparatur nicht überschreiten. Allgemein gelten Wartungsarbeiten die normalerweise ohne Beizug von Fachleuten durch die Mieterschaft selbst ausgeführt werden können als «kleiner Unterhalt». Meist findet sich in den «Allgemeinen Bestimmungen zum Mietvertrag» Ausführungen oder eine Auflistung dieser Arbeiten. Sonst gilt der Ortsgebrauch. Allerdings darf die vertragliche Regelung nicht dazu führen, dass die Mieterschaft zu einer Kostenübernahme verpflichtet wird, die den gesetzlichen Rahmen sprengt. Im Zweifelsfall lohnt sich eine Beratung beim Schweizerischen Mieterinnen- und Mieterverband.
Beim «kleinen Unterhalt» ist die Mieterschaft nur zur Ausführung der Reparatur auf ihre Kosten verpflichtet, wenn die Ersatzteile noch erhältlich sind. Ist dies nicht der Fall, muss der Vermieter die Instandstellung auf seine Kosten übernehmen.
7. Reparaturen sind fachmännisch durchzuführen
Der kleine Unterhalt und alle anderen Reparaturen müssen fachgerecht ausgeführt werden. Es darf kein «Flickwerk» entstehen. Im Zweifelsfalle sollen die Reparaturen durch einen Fachmann vorgenommen werden. Dieses Vorgehen schützt die Mieterschaft vor allfälligen späteren Beanstandungen des Vermieters. Führt der Abwart im Rahmen des «kleinen Unterhalts» kleinere Reparaturen aus, soll ihn die Mieterschaft dafür entschädigen.  
8. Wenn Ersatzteile und Apparate nicht mehr erhältlich sind?
Wenn Ersatzteile und Apparate auf dem Markt nicht mehr erhältlich sind, hat die Mieterschaft für die Kosten einer Neuanschaffung nicht vollumfänglich aufzukommen. Vielmehr muss sie die Kosten im Rahmen der normalen Lebensdauer übernehmen. Der Kostenanteil berechnet sich also nach der Rest-Lebensdauer des defekten Einrichtungsgegenstands oder des beschädigten Bauteils.  
9. Kleinere Schäden wie Farbveränderungen hinter Bildern und Möbeln
Schrammen, kleinere Schäden, Farbveränderungen hinter Bildern, Möbeln usw. gehören in der Regel zur «normalen Abnützung». Die Schäden sollen - wo möglich - fachmännisch repariert oder - wo nicht störend - belassen werden. Keinesfalls darf der Vermieter das Bestehen von kleinen Schäden zum Anlass nehmen, die ganze Einrichtung auf Kosten der Mieterschaft zu renovieren.
Sind kleinere Schäden derart, dass sie nicht mit der «normalen Abnützung» begründet werden können, so kann der Vermieter dafür eine Minderwertentschädigung verlangen. Diese bemisst sich am Umfange des Schadens (ästhetisch, im Gebrauch eingeschränkt etc.) und an der Lebensdauer der Einrichtung. 
10. Die Übernahme von Einrichtungen des Vormieters
Der Vermieter kann von der Mieterschaft verlangen, dass sie beim Auszug das Mietobjekt in den ursprünglichen Zustand herstellt sofern Änderungen ohne schriftliche vorbehaltlose Zustimmung des Vermieters vorgenommen wurden. Dies gilt auch, wenn die Mieterin von ihrem Vormieter Einrichtungsgegenstände (ohne Zutun des Vermieters) übernommen hat. In diesen Fällen sollte die Mieterschaft mit dem Vermieter vereinbaren, dass er beim Auszug keine aufwendige Sanierung der Unterlage unter dem Teppich (Kleberesten), auf dem Untergrund von Einbauten und Apparaten (Belagsfehler) oder von Befestigungsspuren auf der Rückwand von Möbeln fordert. Eine entsprechende Abmachung muss im Mietvertrag oder im Übernahmeprotokoll festgehalten werden. 
11. Die Haftpflichtversicherung
Eine Haftpflichtversicherung erbringt in der Regel Leistungen für Beschädigungen am Mietobjekt, sofern deren Ursache nicht auf Abnützung, allmäliche Einwirkung oder durch unsachgemässen Gebrauch zurückzuführen ist.
Ist ein solcher Schaden entstanden, so sollte dieser unverzüglich der Versicherungsgesellschaft gemeldet werden. Steht eine Wohnungsabgabe an und es besteht die Möglichkeit, dass der Vermieter solche Schäden geltend macht, sollte die Versicherungsgesellschaft frühzeitig (ca. 30 Tage vor der Wohnungsabgabe) darüber verständigt werden. In der Regel wird die Gesellschaft einen Schadeninspektor mit der Aufnahme des Mieterschadens beauftragen.
Stellt sich erst bei der Wohnungsabgabe die Schadensforderung des Vermieters, so soll die Mieterschaft ohne Zustimmung der Versicherung keine Zusagen unterzeichnen oder gar Instandstellungsarbeiten ausführen lassen. Zwar kann der Schaden im Abnahmeprotokoll umschrieben werden, jedoch mit dem klaren Hinweis, dass die Übernahme der Schadensbehungsungskosten vorbehältlich der Zustimmung der Versicherungsgesellschaft erfolge.
Wird die vom Vermieter geforderte Summe durch die Versicherung bestritten, so sollte darauf bestanden werden, dass diese die Kosten für die prozessuale Klärunge der Streitfrage übernimmt. 
Berechnungsbeispiele
Beispiel 1: Ersatz eines Teppichs nach Ablauf der Lebensdauer
Ein Mieter ist vor 6 Jahren in die Wohnung eingezogen. Der Sisalteppich im Wohnzimmer war bereits damals 5 Jahre alt. Insgesamt war der Teppich also 11 Jahre in der Wohnung. Da die "Lebensdauer" eines Sisalteppichs höchstens 10 Jahre beträgt, muss der Mieter beim Auszug keine Kosten für diesen Teppich übernehmen. 
Beispiel 2: Streichen eines Zimmers
Ein Mieter ist vor 5 Jahren in die Wohnung eingezogen. Das Wohnzimmer war beim Einzug frisch gestrichen. Durch starkes Rauchen muss die Wohnung beim Auszug wiederum gestrichen werden:
Rechnung des Malers: Fr. 1'300.-
Lebensdauer des Anstriches 10 Jahre
bereits abgegolten 5 Jahre
durch den Mieter zu übernehmen: 50% Fr. 650.-
 Beispiel 3: Minderwert durch Sprung im Lavabo
Ein 15 Jahre altes Keramik-Lavabo wird durch eine fallengelassene Parfümflasche beschädigt (nicht stark sichtbare Kerbe in der Lavaboschüssel). Der Ersatz würde insgesamt ca. Fr. 900.- kosten. Rund 1/3 der Lebensdauer ist bereits abgeschrieben. Der aktuelle Zustandswert beträgt also rund Fr. 600.-. Es scheint angemessen den Minderwert durch die kleine Beschädigung mit 5%, also Fr. 30.- zu berechnen.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
HOME Wohnen   der Hauswart